Bildspuren – Unruhige Gegenwarten
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»Bildspuren« führen durch Darmstadt

Darmstädter Echo 7.10.2011

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»Bildspuren« führen durch Darmstadt

Darmstädter Echo 7.10.2011

Tage der Fotografie: Ende April 2012 ist an 13 Orten wieder drei Tage lang Festival

DARMSTADT. Die Bewerbungsfrist läuft. Noch bis 11. November können Fotografen ihre Arbeiten für die siebten Darmstädter Tage der Fotografie im Frühjahr einreichen, denn nach einem »Sabbatical«, einem Erholungsjahr für die rührigen Veranstalter vom Verein Darmstädter Tage der Fotografie, wird das Wochenend-Ereignis 2012 wiederkehren: drei Tage Fotokunst satt an zwölf verschiedenen Ausstellungsorten. Vom 20. bis 22. April geht es dabei thematisch um Bildspuren – Unruhige Gegenwarten.

Neben den Präsentationen werden ein ganztägiges Fachsymposium und Künstlergespräche vor Ort angeboten.»Die Konzentration auf wenige Tage und die Dichte der Präsentation haben sich bewährt«, sagt Albrecht Haag. Zusammen mit Alexandra Lechner, Gregor Schuster und Rüdiger Dunker zeichnet er verantwortlich für den Veranstaltungsreigen. Die vier Organisatoren vom Verein der Tage der Fotografie wollen Fotos zeigen, die sich mit fragilen Lebenswelten im Wandel von Globalisierung und Vernetzung auseinandersetzen. »Krisen spiegeln sich in der Fotografie, und wir wollen sozusagen erlauschen, wie die Kunst das darstellt, aber auch, welche positiven Visionen diese zu bieten hat«, sagt Alexandra Lechner.

In der nächsten Woche geht es los mit der Arbeit an den vielen Bildern: Die erprobte Jury – neben den Organisatoren vom Verein sind dies Ute Noll und Kris Scholz, Professor am Fachbereich Gestaltung der Hochschule Darmstadt – trifft sich zur Auswahl jener zehn Fotografen, deren Arbeiten in der Hauptausstellung im Designhaus auf der Mathildenhöhe gezeigt werden sollen.

»Der eine oder andere dort ist bereits etablierter als die Fotografen an den anderen Ausstellungsorten es sind. Doch das ist keine Aussage über die Qualität der anderen Bilder«, sagen Lechner und Haag. Seit den ersten Tagen der Fotografie im Jahr 2004 bekommen auch rund 35 Nachwuchskünstler ihre Chance. Die Juroren wählen deren Bilder aus geschätzten 500 Bewerbungen aus, und sie werden an einem der anderen elf Ausstellungsorte gezeigt: Ihre Exponate sind unter anderem im Museum Künstlerkolonie, in der Kunsthalle, im Fachbereich Gestaltung der Hochschule Darmstadt oder im Literaturhaus zu sehen. Neu im Reigen ist dabei das Foyer des Staatstheaters.

Bei diesem Festival wird zum vierten Mal der mit 5 000 Euro dotierte Merck-Preis der Darmstädter Tage der Fotografie verliehen, der von den Teilnehmern künstlerische Qualität bis hin zur eigenhändigen Hängung ihrer Bilder in den Ateliers des Museums Künstlerkolonie verlangt. Für die Jury bedeutet der Weg zum Preis einigen Aufwand: Sie trifft zunächst eine Vorauswahl von etwa 30 Bewerbern, benennt dann drei Kandidaten. Gewählt und ausgezeichnet wird der Sieger des Wettbewerbs aber erst am Eröffnungsabend.

Die Darmstädter Tage der Fotografie werden in der Fotografen-Fachwelt und im Ausstellungsbetrieb längst ebenso beachtet wie bei den Sponsoren und den Kulturpolitikern der Stadt Darmstadt, die den Tagen der Fotografie außer einer finanziellen Unterstützung auch über die Stadtgrenzen hinaus »Türen öffnen«, wie Albrecht Haag sagt. Die Veranstalter öffnen im kommenden Jahr aber auch selbst erstmals die Stadttore Richtung Frankfurt: Die Darmstädter Tage der Fotografie werden Teil von Ray 2012. Diese Veranstaltungsreihe gehört zu der neu gegründeten Fotografieprojekte Frankfurt/Rhein-Main – einer Kooperation verschiedener Kulturinstitutionen, die sich auf Initiative des Kulturfonds Frankfurt-Rhein-Main gebildet hat und von diesem auch finanziell unterstützt wird.

Bislang gehören neben den Darmstädtern renommierte Frankfurter Kulturinstitutionen dazu: Das Museum für Moderne Kunst (MMK), das Städel, das Fotografie-Forum, der Kunstverein sowie die Kunstsammlungen der Deutsche Börse und der DZ Bank organisieren 2012 unter anderem eine über mehrere Standorte verteilte Ausstellung in Frankfurt. »Wir haben das Glück, das wir einen Tag nach den Frankfurtern beginnen. Das bringt sicher zusätzliche Besucher«, sagt Haag.

»Die Initiative des Kulturfonds hat dazu geführt, dass wir mit den Frankfurter Institutionen sozusagen auf kurzem Dienstweg reden können«, ergänzt Alexandra Lechner. Wobei die Tage der Fotografie jedoch nicht im Verbund aufgehen wollen wie der frühere Darmstädter Architektursommer im Architektursommer Rhein-Main, der in diesem Jahr erstmals Veranstaltungen in Frankfurt, Darmstadt, Offenbach und Wiesbaden unter einem organisatorischen Dach vereinte. »Es funktioniert nur über die lokale Bindung«, sagt Albrecht Haag.

Annette Krämer-Alig

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