Selbstsicht – Der Schritt ins Bild
Presse zur Veranstaltung 2006

Presse zum Thema 2006: Links zu den Artikeln

Wer mitmachen will, muss sich jetzt bewerben

Darmstädter Echo, 7.11.2006

Selbstsicht – Der Schritt ins Bild

Photonews Nr.6, Juni 2006

Fototage locken tausende Besucher an

Frankfurter Rundschau, 24.04.2006

Der Schritt ins Bild

Darmstädter Echo, 24.04.2006

Fototage bieten Blicke auf das Ich

Frankfurter Rundschau, 19.04.2006

Viele Bilder führen ins Ich

Darmstädter Echo, 19.04.2006

Der Schöpfer tritt ins eigene Bild

Mainspitze, 15.04.2006

Ein Wochenende des Sehens

Frankfurter Rundschau, 25.02.2006

»Selbstsicht« mit der Kamera

Darmstädter Echo, 08.02.2006

Presse zum Thema 2006: Die Artikel

Wer mitmachen will, muss sich jetzt bewerben

Darmstädter Echo, 7.11.2006

Fototage: Darmstadt wird im kommenden April wieder zur Hochburg der Kamerakunst

DARMSTADT. Es ist wieder soweit. Die Darmstädter Tage der Fotografie melden sich zurück: Man sucht nach den Teilnehmern für den kommenden April, wenn wieder ein Wochenende lang an vielen Ausstellungsorten in Darmstadt gezeigt werden wird, was Fotografen zu einem Thema zu zeigen haben. Überblick – Konstruktionen der Wahrheit heißt das Thema dieses Mal. Noch bis Mittwoch (15.) ist die Bewerbung möglich.

Veranstalter ist, wie gehabt, der Verein der Darmstädter Tage der Fotografie, zu den hauptsächlichen Organisatoren gehören erneut Alexandra Lechner und Albrecht Haag. Sie wollen die stete Diskussion über den Wahrheitsbegriff in der Fotografie ins Zentrum stellen – und die Möglichkeiten der Fotografen, dafür zu sorgen, dass ihre Bilder bei vielen Betrachtern als authentische Spiegel einer Situation ankommen. »Alle wissen eigentlich, dass alles möglich ist, aber jeder macht selbst Bilder, die er für wahr hält – selbst mit dem Handy«, sagen Lechner und Haag. Die Wirklichkeit wird im Foto zur Möglichkeit, was auch Künstler dazu bringt, ihre wahren Bilder in Ausstellungen zu bringen, die Mensch für Mensch, Situation für Situation und Detail für Detail gestellt wurden.

»Das Thema ist weit gefasst«, sagen die Veranstalter. Aber sie sind sicher, dass ihre Auswahlkriterien greifen. Man ist zuversichtlich, dass im kommenden Frühjahr alles seinen erfolgreichen Weg gehen kann und arbeitet wieder mit Galerien und Ausstellungshäusern zusammen – in den Vorjahren waren die Bilder unter anderem im Museum Künstlerkolonie, dem Schlossmuseum und der Kunsthalle am Steubenplatz zu sehen. Nur die große Schau im Hessischen Designzentrum wird allein von den Veranstaltern zusammengestellt.

Zu den Bildern werden sowohl ein Symposium kommen, bei dem Fotokünstler, Philosophen und Wissenschaftler sich zur Wahrheit in der Fotografie äußern sollen, als auch die abendlichen Lounges in 603 qm in der ehemaligen Stöferlehalle. Auch ein Katalog soll in Druck gehen: »das, was bleibt«, wie Alexandra Lechner sagt. Der Fachbereich Gestaltung der Hochschule Darmstadt ist schon jetzt mit seiner ergänzenden Ausstellung zum Thema beschäftigt, vielleicht kommt dazu wie im Vorjahr der Austausch der Bilder mit einer anderen Hochschule zustande.

Das Konzept der vielen Bilder an wenigen Tagen ist erfolgreich, es gab die erwünschten vielen Besucher, was auch die Sponsoren zu würdigen wissen – nicht nur die Stadt Darmstadt oder das Land Hessen als sozusagen offizielle Geldgeber sind freigiebig, auch das ECHO will beispielsweise zum Termin wieder eine Beilage herausbringen, in der nicht nur die inhaltlichen Ziele der Veranstaltung dargelegt werden, sondern auch die Zielorte samt Karte. »Wir gehen davon aus, das Festival ist finanziert«, sagen Alexandra Lechner und Albrecht Haag.

»Wir wollen Künstler und Orte zusammenbringen«, erklären sie. Die Ausschreibung wurde unter anderem im Internet über die Seite Photography now herausgegeben, die eine Streuung zwischen 7000 und 8000 registrierten Adressen hat. Den Veranstaltern liegt aber auch sehr viel daran, dass sich bis zum Bewerbungsschluss noch einige Fotografen aus Darmstadt und der Region melden, die ihre Aufnahmen zeigen wollen und sich der Auswahljury stellen. Zu dieser Jury gehören neben vier Mitgliedern des Vereins der Tage der Fotografie, wie gehabt, Kris Scholz von der Hochschule Darmstadt und Ute Noll, Bildredakteurin bei der Frankfurter Rundschau. Die Vorjahre haben gezeigt, dass von 100 Bewerbern rund dreißig Fotografen ausgestellt werden.

Die Bewerbung ist einfach: Auf der Internet-Seite des Vereins gibt es den Link zum Anmeldeformular, eingereicht werden müssen ein Konzept und das Bild, das ausgestellt werden soll: »ein DIN-A4-Ausdruck reicht«, sagt Alexandra Lechner. Sie erklärt auch, dass die Teilnahmegebühr von 25 Euro zunächst hoch erscheinen mag, »aber für uns ist das eine Art Verwaltungsgebühr«. Für die jeder Teilnehmer zudem etwas erhält: Wer sich anmeldet, aber nicht mitmachen kann, bekommt als Leistung einen Katalog. Wer dabei ist, steht dann mit seinem Bild ja selbst im Buch.

Die Bewerbungsunterlagen sind unter www.dtdf.de abrufbar. Annette Krämer–Alig

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Selbstsicht – Der Schritt ins Bild

Photonews Nr.6, Juni 2006

Ein subjektiver Blick zurück auf die zweiten Darmstädter Tage der Fotografie

Sonntag, 23. April 2006, kurz nach 18.00 Uhr. Durch die Fenster fallen Sonnenstrahlen in die hohen Ausstellungsräume des Designhauses auf der Mathildenhöhe. Spencer Murphy, ein junger Brite, beginnt, Bilder abzuhängen. Bald darauf wird er – mit seiner Arbeit unterm Arm – unterwegs nach Hause, nach London sein.

Freitag, 21. April 2006, am selben Ort. Vernissage der Darmstädter Tage der Fotografie. Zahlreiche Besucher drängeln zum Schritt ins Bild – der Selbstsicht, einer buntgemischten internationalen Gruppe von zehn Fotografen. Sie kommen aus den Niederlanden, Frankreich, der Schweiz, Großbritannien, den USA und Deutschland. Der Blick in ihren Arbeiten geht meist von individuell Erlebtem aus und konzentriert sich häufig auf menschlich fragiles Leben in vielerlei Dimensionen. Als Ergänzung zum Hauptprogramm zeigen 33 weitere Künstler Arbeiten an anderen Ausstellungsstationen in der ganzen Stadt, weshalb zwei Festivalorganisatoren zu einem ersten abendlichen Rundgang einladen. Von Ausstellungsraum zu Ausstellungsraum fährt kostenlos ein Shuttleservice mit schwarzen Limousinen durch Darmstadt. Ein Wochenende lang sehen so rund 2000 Besucher unsere Arbeiten, die sie nicht nur in das Ich der Künstler, sondern möglicherweise in das eigene Selbst führen.

Der Samstag steht auch im Zeichen des Wortes. Ein Symposium nähert sich in Vorträgen dem Schritt ins Bild. Unter den Referenten namhafte Fotokünstler, Kuratoren, Wissenschaftler: Richard Billingham, Enno Kaufhold, Celina Lunsford und André Rival. In den Kaffeepausen immer wieder Diskussionen unter den vielen Zuhörern. Abends wird gefeiert. Erst mit leckerem Essen, später mit leckeren Getränken in der eigens dafür gestalteten Lounge.

Sonntag gegen 19.30 Uhr. Auch ich bin nun unterwegs nach Hause, nach Berlin. Mit meiner Arbeit und einem 200 Seiten dicken Katalog. Mit den anderen Ausstellungsteilnehmern im Designhaus freue ich mich nach wie vor über die Einladung zu dem sehr gelungenen Wochenende. Und wir alle wünschen den Darmstädter Tagen der Fotografie, ihren ehrenamtlich(!) tätigen Organisatoren Alexandra Lechner, Albrecht Haag, Rüdiger Dunker, Gregor Schuster, Ute Noll, Kris Scholz und Anh Nguyen viel Glück für das nächste, das dritte Jahr! Christoph Burtscher

Christoph Burtscher war zusammen mit Elinor Carucci(USA), Marnix Goossens(NL), Nathalie Latham(F), Chantal Michel(CH), Spencer Murphy(GB), Claudia Rorarius(D), Dona Schwartz(USA), Jens Sundheim & Bernhard Reuss(D) einer der Aussteller im Darmstädter Designhaus.

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Fototage locken tausende Besucher an

Frankfurter Rundschau, 24.04.2006

Die zweite Auflage des dreitägigen Darmstädter Fotofestivals zeigte Bilder zum Thema »Selbstsicht«

Bei den zweiten »Darmstädter Tagen der Fotografie« haben 41 Fotografen unter dem Titel »Selbstsicht« ihre Werke an 16 Ausstellungsorten in der Stadt gezeigt. Vorträge und Diskussionen standen ebenfalls auf dem Programm.

DARMSTADT. Die ehrenamtlichen Organisatoren des drei Tage dauernden Festivals ziehen ein positives Resümé: »Aus unserer Sicht ist es sehr erfreulich, dass nicht nur das klassische Kulturpublikum zu den Ausstellungsorten kam«, sagt Albrecht Haag, der im Vorstand des Trägervereins Darmstädter Tage der Fotografie sitzt. So hätten die Werke der 41 Fotokünstler, die sowohl aus Deutschland als auch aus dem Ausland größtenteils angereist waren, auch Familien, Senioren und Jugendliche mobilisiert.

Auch was den Ablauf angeht, habe sich die zweite Auflage des Festivals wohltuend vom Debüt im vergangenen Jahr unterschieden. »Wir sind wesentlich professioneller geworden«, sagt Haag. Erfreut zeigen sich die Organisatoren auch über den Zuspruch, den die Vorträge fanden. So seien beispielsweise die Schilderungen des 36 Jahre alten britischen Fotokünstlers Richard Billingham besonders gut besucht gewesen. Billingham, der ursprünglich Maler werden wollte, referierte über die Bedeutung von Familienfotos, die mit der Selbstreflektion einhergehen. Er selbst stammt aus einer Familie, die überdurchschnittlich dem Alkohol zugeneigt ist und hat deren Alltag in schonungsloser Weise fotografisch verarbeitet.

Die Fotografen boten dem Publikum darüber hinaus ein vielfältiges Spektrum der Selbstsicht. Während beispielsweise der 1965 in Österreich geborene Christoph Burtscher mit seinem Zyklus Es kann sein, dass ich Fieber habe das Thema HIV präsentiert, zeigte der Niederländer Marnix Goossens etwas andere Selbstbilder: Da er darauf stets in einer anderen Verkleidung auftritt, »wird die Gattung Selbstportrait eigentlich ad absurdum geführt«, sagte eine Betrachterin.

Mal Backfisch, mal Revuegirl

Während die beiden Künstler im Designhaus auf der Mathildenhöhe ausgestellt hatten, waren die Werke von Dagmar Sippel im Polen-Institut zu sehen. Bei ihrer Selbstsicht spielt die Künstlerin, die in Paris lebt und dort Touristen durch die Stadt führt, mit überspannter Selbstironie. Die Fotos, die per Selbstauslöser geschossen wurden, zeigen Sippel als aufgedonnerte Blondine vor dem Eiffelturm oder als Loreley verkleidet an der Seine. Das Bild I'm looking for a man zeigt sie als Backfisch in verklemmter Pose. Doch auch als Revuegirl mit Strapsen erscheint Sippel auf einem der holografisch bearbeiteten Bilder. Erotik und Humor, so sagt sie, seien wesentliche Merkmale ihres Charakterrs. swo

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Der Schritt ins Bild

Darmstädter Echo, 24.04.2006

Festival: Bei den zweiten Darmstädter Tagen der Fotografie macht sich die Fotokunst selbst zum Thema

DARMSTADT. Die Besucher der zweiten Darmstädter Tage der Fotografie sind von weitem zu erkennen. Viele tragen ein buntes Plastiktäschlein am Arm. Das zukünftige Kultobjekt ist das offizielle Taschelino, ein Mitbringsel, das den guten Willen des Besitzers dokumentiert, dem noch jungen Darmstädter Fotografie-Festival mit einer Geldspende von acht Euro unter die Arme zu greifen. Ein symbolischer Preis fürwahr, denn mit dem Dreitage-Festival ist ein enormer organisatorischer Aufwand verbunden, den der Trägerverein zum zweiten Mal erfolgreich bewältigt hat.

Vieles ist vertraut vom vergangenen Jahr. Die jungen Herren etwa, die vor den Galerien an ihren schwarzen Limousinen lehnen. Hier die Chauffeure mit Fahrzeugen des Sponsors, dort die quirlige Mischung aus älteren Kunstfreunden und jungem Künstlervolk, die sich von den Skoda-Lenkern zu den Schau-Plätzen abseits der Mathildenhöhe chauffieren lassen: zum Stella in der Rheinstraße etwa oder zur Galerie Christiane Klein in der Schumannstraße. Wie im Vorjahr will der Verein eine Plattform für Fotografie und Fotokunst bieten, und es sind gleich mehrere neue Ausstellungsorte hinzugekommen: Die Fototage beginnen sich den Stadtraum zu erobern.

Noch allerdings ist das lebendige Zentrum die Mathildenhöhe. Zentraler Treffpunkt ist das Foyer im Hauptgebäude des Fachbereichs Gestaltung der Hochschule Darmstadt im Olbrichweg und die Hauptausstellung mit neun Fotografen und Fotografinnen ist zu sehen im Designhaus im Eugen-Bracht-Weg. Hier beginnen die zweiten Darmstädter Tage der Fotografie am Freitag mit einer kurzen Einführung, die eine erste kleine Bilanz ist. Launig begrüßt Albrecht Haag das Publikum, wechselt nicht ohne Stolz ins Englische, denn viele Gäste sind aus dem Ausland gekommen.

Mit dem thematischen Schwerpunkt haben sich die Veranstalter einen mehr als populären Titel für ihr Jahresthema ausgesucht. Selbstsicht  – Der Schritt ins Bild lautet die Darmstädter Version eines derzeit in der Szene boomenden Sujets. Hier soll sich der Fotograf selbst zum Thema machen. Und das Themenspektrum der Arbeiten ist weit, es reicht von der akribischen Selbstbeobachtung bis zum Spiel mit Informationen aus aller Welt. 16 Uhr heißt etwa das Projekt von Christian Hahn, der jeden Tag um die gleiche Zeit auf den Auslöser seiner Kamera drückt. Have you done your duty, fragt Ingeborg Knigge – in britischen Jugendherbergen erinnert der Satz an die täglichen Pflichten, bei ihr steht jede Aufnahme für eine bestimmte alltägliche Arbeit.

Selten bleibt es bei so harmloser und verspielter Selbstbetrachtung, die ausgestellte Bilderschauen rücken unbarmherzig nahe heran auch an Themen wie Krankheit und Tod. Dona Schwartz zeigt in der zentralen Ausstellung das fragile Leben ihrer Patchwork-Familie, nur einen Raum weiter dokumentiert Christoph Burtscher sein Leben mit dem Aids-Virus in Bildern von sinistrer Nüchternheit. Familiengeschichten jenseits von Plüsch und Frühstücksidylle erzählen auch die in Israel geborene New Yorkerin Elinor Carucci und der Brite Spencer Murphy mit nachbohrendem intensivem Blick auf das eigene Herkommen.

Einen anderen Ansatz verfolgen Jens Sundheim und Bernhard Russ mit ihrem Projekt Der Reisende, das Momentaufnahmen von Webcams aus aller Welt addiert. Mit diesem so nüchternen Ansatz stehen die beiden fast alleine da, viele der ausgestellten Fotografen erzählen bewusst Geschichten, thematisieren das eigenen Lebensumfeld. Viel zu sehen sind inszenierte Fotografien, Traumbildern gleich wie die seltsamen Szenarien, die eine Wand im 603 qm einnehmen. Dort erinnert sich die 1970 in Halle geborene Sylvia Ballhause ihrer Kindheit in der DDR. Ein Porträt mit Honecker, eine Aufnahme aus der alten Turnhalle. Teil der Nabelschau einer Generation, die ihren Blick richtet auf Innenräume und Details, inszenierte Porträts zeigt oder das summarischen Festhalten von Alltagshandlungen.

Selten wird das Thema in schwarz-weiß festgehalten wie in Alexander Philipps lückenhaftem Tagebuch in der Fotogalerie Raum 42, und nur wenige der ausgestellten Arbeiten erreichen eine so poetische Qualität wie die Fotogramme von Françoise und David Cartier im Mollerhaus. Wunderbar zurückhaltend, nur dem Spiel mit Form und Farbe verpflichtet, malt hier das Licht. Karen Stuke geht in ihren Schlafbildern einen ähnlichen Weg, wenn sie Stationen ihres Lebens mit einer Camera obscura dokumentiert.

Wie im Vorjahr begleitet ein ambitioniertes Programm mit Vorträgen und Selbstauskünften der Fotografen die Schauen. Miteinbezogen wird die große Annegret-Soltau-Schau (derzeit auf der Mathildenhöhe zu sehen), die Arbeitsweise von Biografie-orientierten Fotokünstlern wie Hervé Guibert oder André Rivel wird ebenso vorgestellt wie das ambivalente Verhältnis zu Abbild und Bildnis (Gernot Böhme und Celia Lunsford). Through the looking glass – das Motto des Vortrags von Celina Lunsford könnte für viele der inszenierten Fotografien gelten, die mit Fiktion und Realität doppelbödig spielen und sich weit vorwagen auf das Terrain von Traumdeutung und Selbstfindung, von Psychologie und Ich-Suche.

Informationen im Internet unter www.dtfd.de; unter dieser Adresse kann auch der Katalog (auch vom Vorjahr) bezogen werden. Gerd Döring

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Fototage bieten Blicke auf das Ich

Frankfurter Rundschau, 19.04.2006

Dreitägiges Festival in Darmstadt / Internationale Künstler stellen Arbeiten zum Thema »Selbstsicht« vor

Bis zu 5000 Besucher erwarten die Veranstalter der zweiten Darmstädter Tage der Fotografie. Zum Thema Selbstsicht stellen 41 Fotografen und Fotografinnen ihre Arbeiten an 16 Orten in der Stadt aus. Die ehrenamtlichen Organisatoren müssen in diesem Jahr mit weniger Geld auskommen.

Darmstadt · Der Trägerverein Darmstädter Tage der Fotografie will das Interesse möglichst vieler Menschen für die Fotokunst wecken. Die Erwartungen des Publikums indes spielen bei der Organisation des Foto-Festivals nur eine untergeordnete Rolle. »Wir machen das, was wir gut finden«, sagt der freie Fotograf Albrecht Haag vom Vereinsvorstand.

Das Thema Selbstsicht wird aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet: beispielsweise als klassisches Selbstporträt, als Reportage über die Familie oder als Abbild der eigenen Stimmung. »Wir hoffen, dass es für jeden spannend wird«, sagt Haag. Die Tage der Fotografie im vergangenen Jahr besuchten rund 5000 Menschen. Diese Zahl wollen die Veranstalter wieder erreichen.

Der Eintritt für die Ausstellungen ist frei. Zwischen den einzelnen Veranstaltungsorten pendeln Shuttle-Busse. Die Fotografen werden während der Ausstellungen anwesend sein. Fragen seien nicht nur möglich, sondern auch erwünscht. »Man kann die Künstler mit dem konfrontieren, was sie gemacht haben«, so Haag.

Die Hauptausstellung findet im Designhaus im Eugen-Bracht-Weg 6 auf der Mathildenhöhe statt. Der Verein hat neun Fotografen und Fotografinnen eingeladen, ihre Arbeiten zu zeigen. Vorausgegangen war eine zeitaufwendige Recherche, wie Vorstandsmitglied Alexandra Lechner berichtet: »Wir haben uns angeschaut, wer zum Thema gearbeitet hat, und auch andere Veranstaltungen besucht.« FR-Bildredakteurin Ute Noll und Kris Scholz, Professor an der Hochschule Darmstadt, unterstützten den Verein bei der Auswahl der Künstler.

Zu sehen ist zum Beispiel das Projekt Der Reisende von Jens Sundheim und Bernhard Reuss. Die Reiseroute wird von Webcams vorgegeben, die Bilder von ganz unterschiedlichen Orten ins Internet stellen. Die beiden Künstler sammeln seit fünf Jahren weltweit Webcam-Aufnahmen. Der eine stellt sich etwa in den USA in einen Hinterhof, der andere speichert in Deutschland das Bild auf den PC.

Weniger Geld als bei der Premiere

Der Fotograf Christoph Burtscher, der Aids hat, macht sein Schicksal zum Thema seiner Fotokunst. Er dokumentiert seine Krankheit mit der Kamera und fotografiert zum Beispiel den Einstich in der Armbeuge nach einer Blutuntersuchung.

Die Motivation der Künstler für ihre Arbeiten speist sich aus ganz unterschiedlichen Quellen. »Spencer Murphy hatte keine glückliche Kindheit«, sagt Alexandra Lechner. Er stellt Szenen nach, die er als Kind erlebt hat. Zu sehen ist etwa der Vater, der vor dem Einschlafen nochmal ins Kinderzimmer schaut. »Die Aufnahmen helfen ihm, sein Verhältnis zu den Eltern besser zu verstehen«, sagt Lechner.

Das Festival wird ehrenamtlich organisiert. Fast zwei Drittel sind eigene Leistungen, sagt Haag. Zehn Prozent schießt die Stadt zu, 30 Prozent steuern Sponsoren wie HSE, Merck oder Fotogena bei. Den Gesamtetat will er nicht nennen. »Sonst werden andere vielleicht neidisch.« Es sei aber weniger als bei der ersten Auflage 2005. Damals hatte der Verein 50000 Euro zur Verfügung. »Von der Wirtschaft hätten wir uns mehr erhofft.« Trotz des erheblichen ehrenamtlichen Aufwandes soll es 2007 erneut Tage der Fotografie geben. »Wir haben schon noch Dampf«, betont Haag. Gert Blumenstock

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Viele Bilder führen ins Ich

Darmstädter Echo, 19.04.2006

Tage der Fotografie: Die »Selbstsicht« ist an drei Tagen beherrschendes Thema rund um die Darmstädter Mathildenhöhe

DARMSTADT. Der Katalog ist im Druck, die Fahnen seiner Seiten liegen auf dem Tisch. Alexandra Lechner, Anh Nguyen und Albrecht Haag erzählen von den letzten Vorbereitungen zu den zweiten Darmstädter Tagen der Fotografie mit dem Thema Selbstsicht – Der Schritt ins Bild. Am Freitagabend (21.) wird eröffnet, ab morgen sollen die Bilder an viele Wände gebracht werden: »Darauf freuen wir uns schon«, sagen die Veranstalter, und man glaubt ihnen.

Schließlich haben sie alles in mehrmonatiger Arbeit wieder »nebenbei« werden lassen – zusätzlich zum Brotberuf als Fotografen und unentgeltlich, dafür mit dem Idealismus derer, die das ehrgeizige Projekt der Fototage als Bereicherung für sich selbst sehen. Diese Tage seien für sie eine wichtige Gelegenheit, internationale Kollegen und deren Arbeiten kennen zu lernen, sagen die Organisatoren im Gespräch, Leute, deren Arbeiten sie neugierig gemacht haben.

Denn Alexandra Lechner, Anh Nguyen, Albrecht Haag, Gregor Schuster und Rüdiger Dunker, die alle zum Verein der Darmstädter Tage der Fotografie gehören, haben ausgewählt, wen sie zeigen. Am Wochenende können sie nun wie jeder Besucher die meisten der Ausgestellten auch bei ihren Arbeiten kennen lernen – fast alle Künstler wollen kommen und zum Gespräch bereitstehen. Zusammen mit der Kuratorin Ute Noll und Kris Scholz, einem Professor am Fachbereich Gestaltung der Hochschule Darmstadt, haben die fünf Veranstalter sich überraschen lassen von der Vielfalt dessen, was Fotografen mit künstlerischem Anspruch unter Selbstsicht verstehen: Die fotografischen Wege ins Ich sind so unterschiedlich wie die Leben und die Gedanken derer, die sich selbst dabei mit der Kamera begleiten.

Die Schweizerin Chantal Michel beispielsweise macht seit rund 15 Jahren sich selbst mit Kostüm und Pose zur Kunstfigur, sie selbst ist die Inszenierung. Die Amerikanerin Elinor Carucci dagegen erkundet in ihrer (durchaus kunstvoll arrangierten) Bilderfolge ihre enge Beziehung zur Mutter und zum Rest der Familie, sie zeigt, wie die Lösung von daheim mit der Ehe gelingt. Und der Berliner Christoph Burtscher nähert sich seiner Aids-Erkrankung mit den Beobachtungen eines belasteten Alltags. Einmal ist das Pflaster auf dem Arm nach der Spritze sein Thema, das andere Mal der verblühte Strauch in der Wohnung  – der Tod ist irgendwie immer dabei.

Die Bilder aller drei sind in der Hauptausstellung im Designhaus am Eugen-Bracht-Weg zu sehen. Diese große Schau präsentiert neun international bekannte Fotokünstler. Weniger Renommee in der Welt der Fotografie dürften dagegen die 20 Studenten haben, deren Selbstsichten im Fachbereich Gestaltung am Olbrichweg gezeigt werden. Zehn von ihnen studieren in Darmstadt, die anderen kommen in einem Dialog der Hochschulen, wie die Veranstalter das nennen, von der Universität Essen. Die Ausstellungsmacher bestücken dazu noch 13 weitere Darmstädter Ausstellungsorte. 32 Künstler sind dort zu sehen, 130 Bewerber hat es dafür gegeben: eine große Auswahl, die strenger gehandhabt wurde als im Vorjahr. Auch bei diesen Begleitpräsentationen wurde juriert, dazu hat man Künstler nach Themen zusammengebracht. Im Museum Künstlerkolonie beispielsweise, wo Arbeiten von sechs Fotografen zu sehen sind, geht es um Selbstinszenierungen.

Besonders stolz ist man jedoch wie im Vorjahr auch darauf, dass über die fotografische Selbstsicht auch gesprochen wird. Beim Symposium am Samstag (22.) werden sieben Fotokünstler, Philosophen und Kunstwissenschaftler reden. Eine Auswahl: Enno Kaufhold spricht über das Werk der Darmstädter Kunstpreisträgerin Annegret Soltau, deren große Ausstellung gleich nebenan auf der Mathildenhöhe ebenfalls am Wochenende eröffnet wird. Richard Billingham ist ein Star der Fotografieszene. Er präsentiert in seinem Vortrag die Bilderserie Ray’ s a laugh – ein erschütterndes Dokument seines Lebens, in dem er in ebenso schonungslosen wie liebevollen Fotografien das Leben in der Unterschichtfamilie dokumentiert, aus der er stammt. Der Prominentenfotograf André Rival zeigt dagegen seine Portraits – humorvoll-hintersinnige Inszenierungen, in denen er sich selbst mit den Promis zu sehr eigenwilligen Bildkompositionen vereint hat.

»Das erste Mal war ein Erfolg. Jetzt müssen wir uns beweisen, beim dritten Mal dabei bleiben, dann könnten die Tage der Fotografie schon eine Tradition haben«, sagen die Veranstalter der Darmstädter Tage der Fotografie. Sie wollen zeigen und bieten dabei dank der Hilfe ihrer Sponsoren und der Stadt Darmstadt Einiges. Für die Besucher am wichtigsten könnte dabei vielleicht der kostenlose Fahrdienst von Ausstellungsstation zu Ausstellungsstation sein; reizvoll ist sicher aber auch das Taschelino für die Biosnacks und das Programm der Fototage, das es für jeden Fototage-Besucher ab einer Spende von 8 Euro umsonst gibt. Auf solche Spenden hoffen die Veranstalter, denn die Ausstellungen und das Symposion werden auch dieses Mal wieder ein kostenloser Genuss sein. Annette Krämer–Alig

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Der Schöpfer tritt ins eigene Bild

Main Spitze, 15.04.2006

std. DARMSTADT Die Darmstädter Tage der Fotografie bieten am Wochenende nach Ostern vom 21. bis 23. April eine gute Gelegenheit zur konzentrierten Auseinandersetztung mit dem Medium. An nur drei Tagen können Fotografen, Kunsthistoriker, Galeristen und interessierte Öffentlichkeit den fachübergreifenden Diskurs pflegen.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht erneut eine Ausstellung im Designhaus, Eugen-Bracht-Weg 6. Hier werden neun ausgesuchte Positionen zum zentralen Thema des Festivals, Selbstsicht – der Schritt ins Bild, von jungen Künstlerinnen und Künstlern aus fünf Ländern gezeigt. Dabei wird das klassische Selbstporträt ebenso repräsentiert sein, wie eine Reportage über das Familienleben oder die eigene Stimmung in allegorischen Bildern. Zudem werden über das Stadtgebiet verteilt weitere Ausstellungen geöffnet haben, die sich ebenfalls mit dem Thema befassen. Insgesamt zeigt das Festival Arbeiten von 42 Fotokünstlern.

Weiterer Schwerpunkt ist erneut ein hochkarätig besetztes Symposium im Fachbereich Gestaltung der Darmstädter Hochschule, Olbrichweg 10. In dessen Verlauf wird der Berliner Fotohistoriker Dr. Enno Kaufhold über das Werk von Annegret Soltau sprechen. Von dem britischen Fotokünstler Richard Billingham werden Erläuterungen über das eigene Werk erwartet. Und Celina Lunsford vom Forum Fotografie international in Frankfurt hält einen Vortrag unter dem Titel Through the looking glass. Der Darmstädter Philosoph Professor Dr. Gernot Böhme macht Anmerkungen zum Thema Der Mensch und sein Bild. Der Eintritt für die Teilnahme an dem Symposium ist frei.

Prinzipiell steht bei den Darmstädter Tagen der Fotografie der kommunikative Aspekt im Vordergrund. Deshalb ist auch für Samstagabend (22.) in der Veranstaltungshalle 603 qm eine Lounge mit Musik und der Möglichkeit zum persönlichen Kennenlernen geplant.

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Ein Wochenende des Sehens

Frankfurter Rundschau, 25.02.2006

Über 30 Künstler widmen sich bei den »Darmstädter Tagen der Fotografie« dem Thema »Selbstsicht«

Der Begriff Selbstporträt lässt an Fotos denken, die den Abgelichteten in starrer Pose und mit angestrengtem Gesichtsausdruck zeigen, derweil er auf das erlösende Klick des Selbstauslösers wartet. Das muss nicht so sein.

Die self-portraits des niederländischen Fotografen Marnix Goossens etwa zeigen den Fotografen – und zugleich Fotografierten – sehr lebhaft: In verschiedene Verkleidungen geschlüpft, wirft er beim Betrachter Fragen auf wie: »Wer wird eigentlich porträtiert?« Und: »Sind das überhaupt Selbstporträts?«

Die Arbeiten Goossens werden im April im Designhaus zu sehen sein. Sie sind Teil der Ausstellung Darmstädter Tage der Fotografie. Die Reihe wurde im vergangenen Jahr aus der Taufe gehoben. Sie steht in diesem Jahr unter dem Motto: Selbstsicht – Der Schritt ins Bild.

Auch der britische Fotograf Spencer Murphy erweitert das Genre Selbstporträt. In der Serie Relative inszeniert er seine Verwandten. Die beiden Deutschen Jens Sundheim und Bernhard Reuss hingegen wählten einen anderen Ansatz: Während der eine am heimischen Computer sitzen blieb, ließ sich der andere von verschiedenen Webcams in aller Welt ablichten.

Die Veranstalter vom Verein Darmstädter Tage der Fotografie e.V. werten die Premiere im vergangenen Jahr als vollen Erfolg. Zur Schau mit dem Titel Lichtwiesen gab es insgesamt 55 Ausstellungen, verteilt über 22 Orte in der Stadt. Allein 1000 bis 1500 Besucher hätten das Deutsche Polen-Institut und zwischen 3000 und 5000 die beteiligten Museen und Galerien in der Stadt gezählt. Zum Symposium im Fachbereich Gestaltung der Fachhochschule Darmstadt (FHD) im Olbrichweg sei der Saal mit rund 100 Sitzplätzen zu jedem Vortrag komplett voll gewesen.

Ziel des Vereins ist es, ein Forum zu schaffen. »Wir wollen ein Wochenende es Sehens initiieren«, heißt es im Programm. »Fotografie ist ein Thema, das jeden anspricht – denn jeder fotografiert«, erklärt Albrecht Haag vom Vereinsvorstand den Erfolg. Und Mitorganisator Gregor Schuster ergänzt: »Zur Fotografie kann jeder etwas sagen, da ist die Trennung zwischen Ich und Museum nicht so stark wie bei der Malerei.«

Die Kombination Ausstellung und Symposium werde auch in diesem Jahr beibehalten. »Die Struktur wurde gut angenommen«, sagt Haag, »die Besucher lobten, dass viel über Fotografie gesprochen wurde.« Beim Symposium spricht unter anderem der emeritierte Philosophie-Professor der TUD, Gernot Böhme zum Thema »Der Mensch und sein Bild«. Der Hannoveraner Kommunikationsdesigner Bernd Neugebauer wird sich mit dem französischen Schriftsteller Hervé Guibert beschäftigen. Der starb 1991 an Aids und hat seinen Krankheitsverlauf fotografisch dokumentiert.

Für die zweite Auflage der Darmstädter Tagen der Fotografie haben die Organisatoren aus 105 eingereichten Bewerbungen 30 Fotografen ausgewählt. Der Verein erhielt dabei Unterstützung von einem Beirat, gebildet von FHD-Professor Kris Scholz und Ute Noll, Kuratorin und Bildredakteurin bei der Frankfurter Rundschau. Frank Schuster

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»Selbstsicht« mit der Kamera

Darmstädter Echo, 08.02.2006

Tage der Fotografie: 15 Ausstellungen und ein Symposium: Der Erfolg im Vorjahr ermutigt zum zweiten Festival Ende April

DARMSTADT. Die zweiten Darmstädter Tage der Fotografie sollen das vorletzte Aprilwochenende wieder mit Bildern und Vorträgen füllen: In 15 Museen und Galerien in der Innenstadt werden Bilder zu sehen sein, dazu kommt ein ganztägiges Symposium. Denn das Konzept, Darmstadt an drei Tagen in ein Zentrum der aktuellen (auch internationalen) Fotografie-Szene zu verwandeln, ist aufgegangen im vergangenen Jahr: Konzentriert, aber dafür mit Klasse will man von Freitag (21. April) bis Sonntag (23. April) zeigen, welche Spannbreite der Darstellung möglich ist unter dem Motto Selbstsicht – Der Schritt ins Bild. Das Spektrum dessen, was Selbstsicht sein kann, reicht vom klassischen Selbstporträt über die dokumentarische wie inszenierte eigene Geschichte hin zum Rollenspiel mit dem Ego, schreiben die Veranstalter in ihrer Ankündigung – all das soll berücksichtigt werden.

»Wir beginnen dort, wo Fotografen sonst aufhören. Das fertige Bild ist für uns der Anfang. Unser Anliegen ist es, Bild und Wort in neuen Kontext zu stellen und für den Betrachter erlebbar zu machen«, formulieren sie selbstbewusst. 31 Fotografen werden gezeigt, Ausstellungsorte sind unter anderem das Designzentrum und das Museum Künstlerkolonie sowie das Schlossmuseum und die Kunsthalle am Steubenplatz.

Die Ausstellenden wurden aus 100 Bewerbern ausgesucht. Und obwohl die Ausschreibung nur im Inland erfolgte, reagierten darauf auch viele Ausländer, was sich in den Präsentationen niederschlagen wird. Hauptsächliche Organisatoren sind wie im Vorjahr Alexandra Lechner und Albrecht Haag – »ehrenamtlich«, wie beide betonen, und mit Hilfe »vieler Freunde«. Denn der Verein der Darmstädter Tage der Fotografie ist mit seinen 14 eingetragenen Mitgliedern vor allem die notwendige Rechtsform, Engagement zeigen weit mehr Menschen. Schon im vorigen Sommer wurde das Thema für dieses Jahr festgelegt, in der heißen Phase der Vorbereitung sind Lechner und Haag seit Anfang Januar. Man will hohes Niveau bieten, aber vom Berufs- bis zum Hobbyfotografen jeden ansprechen, der sich für die Möglichkeiten der Arbeit mit der Kamera interessiert. Deshalb sei man auch »strikter mit dem Label der Fototage umgegangen«, habe Kritik aufgegriffen und diesmal alle Präsentationen juriert: Kuratoren waren die Bildredakteurin Ute Noll und Kris Scholz, Professor am Fachbereich Gestaltung der Fachhochschule Darmstadt.

Auch Sponsoren haben sich erneut gefunden – unter anderem wohl auch deshalb, weil im vergangenen Jahr solide kalkuliert wurde: »Die Rechnung ging auf«, sagen Lechner und Haag. Ihren Teil wieder beitragen wollen die Stadt Darmstadt, die Heag Südhessische Energie AG (HSE) und der Verein Förderkreis Kultur sowie die Firmen Fotogena und Merck; mit Sachleistungen dabei sind unter anderem wieder die Firma Skoda (die einen Shuttle-Dienst mit Autos anbietet), das Maritim-Hotel (in dem Künstler wie Referenten Zimmer finden) und der Fachbereich Gestaltung der Fachhochschule Darmstadt (wo am Samstag die Vorträge zu erleben sind).

Dennoch müssen derzeit weitere Geldgeber gefunden werden, denn die Hessische Kulturstiftung, die im vergangenen Jahr vor allem für den Katalog 5000 Euro beigetragen hatte, fördert Festivals in der Regel nur einmal. Einen Katalog zu den Ausstellungen soll es aber genauso wieder geben wie die nachträgliche Dokumentation der Vorträge und das Programmheft, das nicht nur an verschiedenen Orten in Darmstadt ausliegen wird: Dieses Heft wird zwei Wochen vor den Tagen der Fotografie als Beilage im ECHO weite Verbreitung finden. Annette Krämer–Alig

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